"E-Bike Trends 2018" Testbericht -Focus JAM2 29LTD

Posted by Marion on 20.06.2018 15:40:00
Marion

Der Focus-Testcenterfahrer vom Funsport, Bike- & Skihotel Tauernhof Gerald Kerschhackel hat das Focus Jam29 LTD etwas näher unter die Lupe genommen. In diesem Beitrag verrät er euch eine Menge rund um das Focus Jam29 LTD, das ihr im Testcenter des Bikehotel Tauernhof als Gast kostenlos ausleihen könnt. 

gerald kerschhagel testet focus bike

Das Jam2 hat sich als 140mm All-Mountainbike in der E- Bike Szene bereits einen sehr guten Ruf gesichert. Focus hat bei diesem Bike eine sehr breite Modellpalette auf den Markt gebracht. Somit ist für jedes (E- Bike) Budget und jeden Einsatz- sowie Ridingstyle das richtige Spaßgerät zu finden. Vom 29er über Plusreifen bis hin zum Carbonrahmen mit feinsten Anbauteilen ist alles zu haben. Das Einsteigermodell LTD in Alu, mit 29 Zoll Bereifung, XT Schaltwerk und Teleskopsattelstütze macht beim ersten Anblick einen sehr sportlichen und anspruchsvollen Eindruck. 

Powerknopf zum Aktivieren des Bikes

Um das Bike zu aktivieren, hat Focus einen futuristisch anmutenden Power Knopf in das Oberrohr integriert. Leuchtet dieser, weiß man das die Maschine bereit ist für das E- Bike Abenteuer. Die drei Unterstützungsmodi werden verschieden farbig im Display angezeigt. Geändert werden die Stufen  einfach und ergonomisch dank der Schalthebel auf der linken Lenkerseite - sie erinnern an die „alten Zeiten" der „3 Kettenblattschaltungen“, was die Bedienung sehr intuitiv macht. Die restlichen Menüfunktionen werden auf dem kleinen, aber sehr gut geschützt platzierten und einsichtigen, Display angezeigt und auch auf diesem, per Knopfdruck, umgeschalten.

"Es sieht nicht unbedingt nach E-Bike aus"

Fährt man „nur“ die Feierabendrunde, reicht der integrierte Akku mit 375Wh aus, um einen im sparsamen Gebrauch der zur Verfügung stehenden Energie, gut und gerne 1000hm zu „shutteln“. Der angenehme Nebeneffekt: statt dem 2. Akku kann man jetzt, dank des T.E.C. Systems, eine Trinkflache mit Hilfe einer Schiene (beim T.E.C. Koffer enthalten) in das Rahmendreieck montieren. Weiters ist das Bike leichter, agiler und sieht nicht unbedingt nach E- Bike aus…

Für lange Runden kommt der 2. Akku (und somit weitere 375Wh) in den Rucksack. Das System ist so konstruiert, dass auch wenn der 2. Akku bereits angeschlossen ist, zuerst der integrierte geleert und dann erst auf den externen Akku zugegriffen wird. Leider kann man den Strom vom externen nicht auf den internen Akku transferieren. 

focus bike im test für das testcenter im bikehotel tauernhof flachau

Das Handling ändert sich durch den nun erhöhte Schwerpunkt im Uphill minimal. Deutlicher fallen die Performance einbusen beim Downhill auf. Hier empfiehlt es sich, wenn ein längerer, technischer Downhill bevorsteht, den Akku wieder im Rucksack zu verstauen. 

Der Shimano Motor ist sehr kultiviert. Er unterstützt im Eco Modus ausreichend moderat, man hat noch deutlich das Gefühl Sport zu betreiben. Im Trail Modus wird minimal mehr Energie freigegeben was in steileren Passagen jedoch ausreicht. Der Boost Modus wird seinem Namen gerecht- auf Trails muss man vor lauter Kraft aufpassen, dass man das Bike noch auf dem Trail hält. Durch eine Handyapp und via Bluetooth kann man die Motorkonfiguration ändern und personalisieren. In der Ebene benötigt man den Motor kaum, da man gegen keinen Getriebewiderstand arbeiten muss- somit fällt das Stromsparen leicht. Was auch Shimano leider nicht zustande gebracht hat, ist ein praxistauglicher Schiebemodus. Im Gelände, wo man mit Boost Modus und guter Trailtechnik nicht mehr fahren kann, wäre eine effiziente Schiebehilfe sehr wünschenswert.

Durch die sehr ausgewogene Geometrie des Bikes, dem langen Radstand sowie die, trotz des verhältnismäßig kleinen Motors, lange Kettenstrebe, rollt das Jam2 ausgezeichnet. Es wurde ein 74,5° Sitzwinkel gewählt, welcher ein sehr komfortables und durchaus sportliches Uphill Vergnügen ermöglicht. Im Downhill lässt sich das Bike einfach und kontrolliert über High Speed Passagen bewegen. Durch den 66,5° Lenkwinkel, bleibt es auch im steilen und verblockteren Gelände souverän kontrollierbar. Unterstützt durch die griffigen Continental Trail King Reifen in 2,4, ist das Bike bestens für flowiges Trailsurfen und auch ruppige Enduropisten vorbereitet.

Geht es jedoch länger steil bergab und der Trail wird Downhill lastiger, beginnen die schwachen Magura MT2 Bremsen sowie die Rock Shock Recon RL schnell an ihr Limit zu stoßen. Als Rider mit 80 kg plus Rucksack mit Reserveakku und dem Bike, erreicht man ein Systemgewicht von weit über 100 kg, welches auch kontrolliert gebremst werden will. Da kann das Bike mehr, als die von Werk montierten Bremsen und die bei ruppigem Gelände überfordert wirkende Rock Shock Recon RL Gabel.

Der Hinterbau des Jam2, mit dem hauseigenen F.O.L.D. Fahrwerk, funktioniert wirklich hervorragend. Das Doppelwippenprinzip spricht sehr sensibel an, und nimmt auch grobe Stöße schluckfreudig auf ohne durch zu schlagen. Gepaart mit dem Rock Shock Deluxe R ist bereits in der Einsteigerversion eine großes Potential an Performance vorzufinden.

das folcus jam2 29 LTD nach der ausgibigen testfahrt

Fazit: Das Jam2 ist ein spitzen Touren/ All Mountain E -Bike welches das grobe Gelände nicht scheuen muss. Lediglich die weiche Recon Gabel und die leistungsarmen MT2 Bremsen in der LTD Version trüben hier das Fahrvergnügen. Das T.E.C. System hat sich, trotz persönlicher anfänglicher Skepsis, als sehr alltagstauglich und benutzerfreundlich herausgestellt. Der Shimano Motor ist ein Genuss zu fahren. Er unterstützt immer sehr kultiviert, vor allem in den Basis Modi, und wirkt nie aufdringlich. Durch den Getriebefreilauf sind Teilstücke mit geringem Gefälle oder auch Tretpausen, welche als Gleitphasen genutzt werden, sehr stromsparend und Flow hebend zu befahren. Somit ist es auch einfach möglich, ohne Akkuunterstützung zu pedalieren. 

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